Vince Vaughn Visits "The Tonight Show Starring Jimmy Fallon"

Vince Vaughn: „Die Angst selbst ist lähmender als alle möglichen Konsequenzen.“

Vince Vaughn ist einer der produktivsten amerikanischen Schauspieler, Schriftsteller und Produzenten. Er hat in mehr als 30 kommerziell erfolgreichen Filmen mitgewirkt. Vaughn ist vor allem bekannt aus Filmen wie „Die Hochzeits-Crasher“, „Trennung mit Hindernissen“, „Into the Wild“ oder „Prakti.com“. Er wird zum sogenannten „Frat Pack“ gezählt, wie ein Gruppe von Hollywood-Schauspielern bezeichnet wird, die in unterschiedlichen Konstellationen in einer Reihe von erfolgreichen Komödien mitgewirkt haben und zu dem Schauspieler wie Ben Stiller, Owen und Luke Wilson, Will Ferrell, Jack Black, Steve Carell und eben Vince Vaughn gehören.

Wie sind beide aufeinander aufmerksam geworden?

Vaughn gehört zu den Hörern von Ferriss‘ Podcast und schätzt laut eigener Aussage auch dessen Bücher. Insbesondere Ferriss ständiges Bemühungen, immer die effektivste Methode zur Überwindung von Ängsten und Hemmungen zu identifizieren, habe ihn beeindruckt. Daher habe er ihn auch über seine Produktionsfirma Wild West kontaktiert, um gemeinsam die TV Show „Fear (Less) with Tim Ferriss“ zu machen. In dieser neuen Show interviewt Ferriss – ganz ähnlich wie in seinem Podcast – in bislang insgesamt 10 geplanten Folgen bekannte Persönlichkeiten, beginnend mit David Blaine am 30. Mai 2017.

 

Themenschwerpunkt ist dabei immer, wie man in bestimmten Situationen oder ganz allgemein weniger Angst haben kann (nicht wie man angstfrei sein kann). Genau das habe Ferriss an der Show gereizt: Zu zeigen, dass auch berühmte Persönlichkeiten – anders als die perfekten Cover-Versionen auf Zeitschriften und Magazinen – Ängste haben, wie sie damit umgehen und dass sie eigentlich ganz normale Menschen sind. Auch mit Vaughn spricht Ferriss auf dem Vulture Festival darüber, wie er Charakterstärke („grit“) entwickelt und Angst vor dem Scheitern zu überwinden gelernt habe.

Charakterstärke entwickeln

So habe Vaughn vor allem durch seine Aktivität als Ringer während der Highschool so was wie Charakterstärke entwickelt. Trotz eines Trainers mit emotionalen Problemen, der andauernd ausgerastet war, habe er in dieser Zeit mehr gelernt als verloren. Zum einen habe er durch das Ringen eine gute körperliche Verfassung erhalten und gelernt, schmerzhafte Momente auszuhalten, zum anderen habe er sich mit dem Trainer ständig angelegt, auch weil er auch wusste, dass er es sich leisten konnte, da er gut war und auch immer zum Training kam.

Und genau darin steckt eine Grundhaltung Vaughns, die ihm durch seine Erziehung mitgegeben wurde und ihn seine gesamte Karriere über begleiten sollte: Wenn man hart an sich arbeitet, erarbeitet man sich Selbstvertrauen, das Gefühl, dass man da, wo man hin möchte, auch wirklich hingehört. Daher habe er als junger Schauspieler jeden Tag an sich gearbeitet, um Agenturen und Agenten gegenüber selbstbewusst auftreten zu können. Gefördert wurde dieses Selbstbewusstsein sicherlich zusätzlich durch seine Tätigkeit als Telemarketer, als welcher unter anderem Tickets zu einem Polizei-Rodeo verkaufen sollte, das es zumindest rückblickend wohl nie gegeben habe.

Dennoch musste auch er lernen, mit Rückschlägen umzugehen. Und gerade der Beginn einer jeden Schauspielkarriere sei vor allem durch Ablehnung geprägt.

Ablehnung gehört zum Schauspielerdasein – insbesondere zu Beginn der Karriere

Insbesondere wegen seiner Größe sei Vaughn häufig abgelehnt worden, sagt er. Aber letztendlich fänden die Casting-Agenturen immer einen Grund für eine Ablehnung, wenn sie wollen. Ablehnung gehöre nun mal zum Job. Seine eigene Ablehnung-zu-Erfolg-Quote zu Beginn seiner Karriere beziffert er auf 1000:1. Das ist sicherlich ein Übertreibung, aber auch Vaughn wurde sehr häufig abgelehnt, bevor er seinen Durchbruch hatte.

Wichtig sei allerdings, sich dabei nicht auf die Dinge zu konzentrieren, die man sowieso nicht ändern oder kontrollieren kann. Stattdessen solle man an sich, an seinem Schauspiel, an seinen Skills arbeiten, um dadurch weniger „ablehnbar“ werden zu können. Er habe die ganze Sache irgendwann einfach mathematisch betrachtet. Prinzipiell habe er jeden Tag damit verbracht, an seinem Schauspiel zu arbeiten … egal, ob dies bedeutete, Filme zu schauen, wichtige Bücher zu lesen, Monologe zu üben oder Schauspielunterricht zu nehmen. Und er war ein paar Male ganz kurz davor, eine Rolle zu bekommen, die seine Karriere, sein Leben grundlegend verändert hätte. Um dann letztendlich doch wieder abgelehnt zu werden.

Das heißt: Viel investierte Energie, die letztendlich zu keiner Veränderung geführt habe, weil es am nächsten Tage genauso weiterging wie vorher. Er habe sich dann früher immer für vier bis fünf Tage zurückgezogen und nicht gearbeitet, weil er frustriert war.

Wie man mit Ablehnung umgehen kann

Irgendwann sei ihm allerdings bewusst geworden: Jedes Mal wenn er sich für eine Woche zurückzog, habe er eigentlich 2 Wochen verloren. Immerhin hätte er die erste Woche darauf verwenden können, als Schauspieler besser zu werden, stattdessen wurde er aber während dieser Woche schlechter, da er nichts gemacht habe. Daher gebe er sich jetzt immer zwei Wochen weniger, um Dinge an sich zu verbessern, die er kontrollieren kann, sagt Vaughn.

Dadurch habe er an Selbstvertrauen gewonnen und an Vertrauen darauf, auch in unangenehmen Situationen liefern zu können, da er sich ja die erforderlichen Skills erarbeitet habe. Wenn man dann abgelehnt werde, sei dies kein Scheitern, da man ja alles gegeben habe. Das bedeute allerdings nicht, dass sich Vaughn nach einer Ablehnung keine Zeit gebe, diese Gefühle zu verarbeiten, immerhin können diese nicht einfach abgestellt werden.

Wichtig sei es, für sich irgendeine Form der Verarbeitung für sich zu identifizieren und erarbeiten, die es einem erlaube, diese Gefühle zum einen zu (er-)leben, zum anderen aber auch schnell wieder produktiv werden lassen. Je schneller man wieder dazu zurückkehrt, Dinge für das eigene Wachstum zu tun, sich um Dinge kümmert, die man kontrollieren kann, desto größer seien die Chancen, die Dinge, die man im Leben möchte, zu erreichen.

Quellen:

Die erste Folge der neuen TV Show mit Tim Ferriss kann unter http://start.att.net/exclusive/audience/fearless-with-tim-ferriss angeschaut werden.

Das Interview kann hier nachgehört werden: http://tim.blog/2017/05/31/vince-vaughn/

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