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Arnold Schwarzenegger: „Zum Erfolg gehört auch, etwas zurückzugeben.“

In einem ersten Podcast hat der frühere Mr. Universe & Mr. Olympia, Terminator und Gouverneur von Kalifornien (2003-2011) eine ganze Reihe von bislang unbekannten Geschichten erzählt und über seinen typischen Tagesablauf, psychologische Kriegsführung, seine Lieblingsbücher und frühen Investitionen gesprochen. In einem zweiten Podcast beantwortet Schwarzenegger ausgewählte Fragen von Ferriss‘ Zuhörern, die nicht von Ferriss selbst, sondern von Daniel Ketchell gestellt werden. Unter anderem auch zu seiner Antwort auf den bissigen Twitter-Kommentar von Trump auf seine Einschaltquoten als Gastgeber von “Celebrity Apprentice”.

Schwarzenegger vs. Trump

Schwarzenegger ist in der letzten Zeit immer wieder wegen seiner Fehde mit Trump in die Schlagzeilen geraten. Zurückzuführen ist diese vor allem darauf, dass Schwarzenegger im Vorwahlkampf Trumps Gegenkandidaten Kasich und später die Demokratin Clinton unterstützt hat, obgleich er selbst Republikaner ist. Anfang des Jahres hat Schwarzenegger die Trumps Sendung „Celebrity Apprentice“ übernommen, der sich einen „ätzenden“ Tweet gegen Schwarzenegger nicht verkneifen konnte, nachdem die Einschaltquoten der Sendung absackten.

Nach eigenen Worten wollte Schwarzenegger zunächst mit Aussagen wie „Leg Dich in einem Wettstinken nicht mit einem Stinktier an!“ antworten, um sich dann einladen zu lassen, um Trumps Gesicht auf den Schreibtisch zu knallen. Letztendlich habe er sich entschieden, noch einmal durchzuatmen, bis seine Emotionen mit einer an Trump gerichteten Videobotschaft eine „erwachsenere“ Antwort zuließen. In dieser fordert er Trump mit Worten aus Lincolns Antrittsrede auf, gemeinsam für das Wohl aller Amerikaner zu arbeiten. Eine Haltung, die während des Interviews immer wieder zu erkennen ist.

So sagt er mehrmals, dass wichtige Entscheidungen nur mit beiden – mit Demokraten und Republikanern – möglich seien und ein guter Präsident beiden Parteien und allen Amerikanern dienen müsse. Dies habe er als Gouverneur in Kalifornien gelernt und erkenne man auch jetzt, da viele wichtige Entscheidungen Obamas nach dem Regierungswechsel rückgängig gemacht werden sollen. Dieser Ansicht entsprechend meldet sich Schwarzenegger auch konsequent bei jeder Entscheidung Trumps, die er für falsch hält und die Amerikaner weiter zu spalten droht, – zuletzt in einer Videobotschaft, in der er Trumps Umgang mit der rechten Gewalt in Charlottesville stark kritisiert hat.

Grüner Terminator

Schwarzenegger ist daneben aber auch für sein umweltpolitisches Engagement bekannt. Er kritisiert allerdings die Kommunikationspolitik der heutigen Umweltaktivisten. So würden diese immer allgemein von „Klimawandel“ sprechen. Dieser Begriff sei aber für den einfachen Bürger auf der Straße nichts weiter als ein Abstraktum, unter welchem sich niemand etwas vorstellen könne. Stattdessen sollte eher von den gesundheitlichen Problemen, die beispielsweise mit Umweltverschmutzung einhergehen, gesprochen werden – und zwar bereits zum heutigen Zeitpunkt, nicht irgendwann in der Zukunft. So würden jedes Jahr 250.000 Amerikaner allein durch Abgase sterben, 1 Million Menschen in China.

Genau solche Themen habe er in seinem Wahlkampf in Kalifornien aufgegriffen, die Leute konnten sich darunter etwas vorstellen und er konnte mit einer solchen Kommunikationspolitik verhindern, dass die Ölkonzerne, die die strengen Umweltauflagen in Kalifornien kippen wollten, sich durchsetzten.

Umweltschutz bremst wirtschaftliches Wachstum nicht

Umweltschutz und wirtschaftliches Wachstum schließen sich seiner Meinung auch nicht aus. Ein anschauliches Beispiel sei Kalifornien, das historisch schon immer führend in umweltpolitischen Fragen war, zugleich aber auch ein ökonomisches „Powerhouse“. Kalifornien ist – für sich allein betrachtet – die fünftgrößte Ökonomie der Welt. Gleichzeitig gelten in Kalifornien die schärfsten Umweltauflagen der USA und man habe sich verpflichtet, bis 2020 die Treibhausgase um 25 Prozent zu senken, 50 Prozent der Energie soll zudem bis 2020 aus erneuerbaren Energiequellen stammen.

Gleichzeitig sei das BIP-Wachstum Kaliforniens im letzten Jahr (4,2 Prozent) mehr doppelt so hoch gewesen wie in den USA insgesamt (1,5 bis 2 Prozent). Zudem schaffe der grüne Sektor in Kalifornien 10-mal mehr Arbeitsstellen als jeder andere Wirtschaftsbereich. Daher sei es laut Schwarzenegger auch ein riesiger Irrglaube, davon auszugehen, dass Umweltschutz und Ökonomie sich ausschließen würden.

Ein Investment-Tipp zum Schluss: Immer erst in „Income property“ investieren

Was die wenigstens vielleicht wissen: Schwarzenegger hat bereits früh (seit 1974) in seiner Karriere in Immobilien investiert, da damals mit Bodybuilding kein Geld verdient werden konnte. Gemäß eigener Aussage achtet er dabei auf zwei Dinge:

1. Die Möglichkeit, aus einem Dollar zwei zu machen und

2. das Projekt muss interessant sein.

Das heißt, Schwarzenegger kauft nicht, um dann einfach darauf zu warten, dass der Preis steigt. Er möchte mit dem gekauften Objekt etwas machen: darauf Wohnhäuser, Bürohäuser oder auch Einkaufspassagen errichten. Und eben für diese Projekte die richtigen Partner finden. Zudem empfiehlt er: Immer erst in Immobilien zu investieren, die Geld einbringen, und erst viel später Immobilien für den Eigenbedarf zu erwerben.

So habe Schwarzenegger mit Seminaren, Ausstellungen usw. bis 1974 27.000 Dollar angespart, um gemeinsam mit einem Investor, der ihm 10.000 Dollar lieh, ein Wohnhaus mit 6 Appartements zu erwerben. Das Wohnhaus habe 215.000 Dollar gekostet, verkauft wurde es zwei Jahre später für 365.000 Dollar. Für seine knapp 30.000 angesparten Dollar habe er so innerhalb sehr kurzer Zeit sehr gute Gewinne gemacht.

Darüber hinaus werden eine Reihe weiterer Fragen zu Schwarzeneggers Schlafgewohnheiten, zur mentalen Vorbereitung auf einen Wettkampf, dem Einfluss des Alters auf den Metabolismus gestellt, aber auch diskutiert, warum eine Vision wichtig für die Motivation, worin der Unterschied zwischen Geld investieren und Geld ausgeben ist, wie er Warren Buffett kennengelernt hat (die beiden sind befreundet) und vieles mehr. Es lohnt sich also, in den gut einstündigen Podcast genauer hineinzuhorchen.

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